Entwicklung und Etablierung von Führungsleitlinien bei Mercure

Bild Entwicklung und Etablierung von Führungsleitlinien bei Mercure

Projektverantwortlicher: Prof. Dr. Jurij Ryschka
Projektdauer: 15 Monate


Ausgangslage

Auf einer Mercure Hoteldirektorentagung wurden im Rahmen eines Open Space Workshops mit über 70 Hoteldirektoren Optimierungs- felder herausgearbeitet. In diesem Zusammenhang entstand aus dem Kreise der Führungskräfte der Wunsch, eine noch klarere Orientierung für das eigene Führungsverhalten zu bekommen: Es sollten Führungsleitlinien entwickelt werden.


Entwicklung und Umsetzung des Konzeptes:


1. Entwicklung der Führungsleitlinien unter Berücksichtigung der bestehenden HR-Instrumente:

  • Mit der Entwicklung der Führungsleitlinien wurde eine Arbeitsgruppe betraut, die sich aus vier Hoteldirektoren, zwei Gebietsleitern, dem Head of Operations, einem HR-ler, dem Leiter der Kommunikationsabteilung  und einem Berater zusammensetzte.
  • Für die Entwicklung der Führungsleitlinien wurden aus allen im Unternehmen genutzten HR-Instrumenten wie Mitarbeitergespräch, Kompetenzmodell, Stellenbeschreibungen, Entwicklungsbogen, Unternehmenswerte etc. sämtliche führungsbezogenen Aspekte zusammengetragen, geclustert und mit Erkenntnissen aus der Führungsforschung (u.a. Judge, Woolf, Hurst & Livingston, 2006) angereichert.
  • In drei Tagesworkshops wurden sechs Dimensionen der Mercure Führungskultur herauskristallisiert:


2. Kommunikation der Leitlinien auf einer Großgruppenveranstaltung mit den 70 Hoteldirektoren:

  • Jedes Mitglied der Arbeitsgruppe präsentierte eine Leitlinie - illustriert anhand von eigenen Führungserfahrungen und eingeleitet mit einem Videotrailer.
  • Die Teilnehmenden hatten die Gelegenheit, in Kleingruppen die Leitlinien zu diskutieren und ihre Fragen, Anmerkungen, Kritik genauso wie ihre Zustimmung mit Hilfe von Klebepunkten und Kärtchen zu dokumentieren.
  • Im Plenum konnten anschließend Fragen beantwortet, Widersprüche aufgeklärt  und Unklarheiten tiefergehend erläutert werden.
  • In Kleingruppen entwickelten die Führungskräfte eine „Toolbox“ unter der Fragegestellung: Wie wollen Sie die Leitlinien ganz konkret in ihrem täglichen Führungsalltag umsetzen?
  • Nach einem schriftlichen Commitment zum Ende der Veranstaltung erhielten die Direktoren zur Transfersicherung die Führungsleitlinien in Form eines Würfels, zudem wurden Postkarten als Reminder genutzt.


3. Etablierung der Leitlinien:

  • Zur nachhaltigen Etablierung der Führungsleitlinien wurden die Beschreibungen des Führungsverhaltens in das Instrument Mitarbeitergespräch eingearbeitet, so dass das top-down Feedback für Führungskräfte stets an den Führungsleitlinien orientiert ist.
  • Neben dem top-down Prozess wurde ein bottom-up Prozess etabliert: Zunächst nutzte das Mercure Top-Management einen zweitätigen Workshop intensiv für ein Führungs- und Kollegen-Feedback. Alle elf Führungskräfte gaben einander konkrete Rückmeldungen orientiert an den sechs Führungsleitlinien und schätzten ihr eigenes Verhalten ein. Gemeinsam wurde das Feedback besprochen und individuelle Ableitungen zur Verbesserung des Führungsverhaltens getroffen.

  • Anschließend wurde ein Leitfaden entwickelt, mit dem die nächsten Führungsebenen sich in einer Workshopvariante von ihren Mitarbeitern anhand der Führungsleitlinien Rückmeldungen einholen und gemeinsam an der Verbesserung des Führungsverhaltens und so an der Führungskultur arbeiten können.


Resümee:

Durch das Projekt wurden bedeutende Schritte in Richtung einer offenen, konstruktiven und Feedback-orientierten Führungskultur getan, die in der Organisation der Hotelmarke Mercure noch vor wenigen Jahren aufgrund einer traditionell-hierarchischen Haltung undenkbar gewesen wären.

 

Projektbeschreibung basierend auf: Cisco, A. & Ryschka, J. (2012). Führungsleitlinien bei Mercure entwickeln und etablieren. Vortrag auf 9. Kongress für Wirtschaftspsychologie, Potsdam.

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